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De profundis 

Es ist ein Stoppelfeld, in das ein schwarzer Regen fällt.
Es ist ein brauner Baum, der einsam dasteht.
Es ist ein Zischelwind, der leere Hütten umkreist -
Wie traurig dieser Abend.

Am Weiler vorbei
Sammelt die sanfte Waise noch spärliche Ähren ein.
Ihre Augen weiden rund und goldig in der Dämmerung
Und ihr Schoß harrt des himmlischen Bräutigams.

Bei ihrer Heimkehr
Fanden die Hirten den süßen Leib
Verwest im Dornenbusch.

Ein Schatten bin ich ferne finsteren Dörfern.
Gottes Schweigen
Trank ich aus dem Brunnen des Hains.

Auf meine Stirne tritt kaltes Metall.
Spinnen suchen mein Herz.
Es ist ein Licht, das meinen Mund erlöscht.

Nachts fand ich mich auf einer Heide,
Starrend von Unrat und Staub der Sterne.
Im Haselgebüsch
Klangen wieder kristallne Engel. 

Georg Trakl 


Zu Abend mein Herz 

Am Abend hört man den Schrei der Fledermäuse,
Zwei Rappen springen auf der Wiese,
Der rote Ahorn rauscht.
Dem Wanderer erscheint die kleine Schenke am Weg.
Herrlich schmecken junger Wein und Nüsse,
Herrlich: betrunken zu taumeln in dämmernden Wald.
Durch schwarzes Geäst tönen schmerzliche Glocken,
Auf das Gesicht tropft Tau.  

Georg Trakl 


Abend 

Der Abend wechselt langsam die Gewänder,
die ihm ein Rand von alten Bäumen hält;
du schaust: und von dir scheiden sich die Länder,
ein himmelfahrendes und eins, das fällt;
und lassen dich, zu keinem ganz gehörend,
nicht ganz so dunkel wie das Haus, das schweigt,
nicht ganz so sicher Ewiges beschwörend
wie das, was Stern wird jede Nacht und steigt -
und lassen dir (unsäglich zu entwirrn)
dein Leben bang und riesenhaft und reifend,
so daß es, bald begrenzt und bald begreifend,
abwechselnd Stein in dir wird und Gestirn.  

Rainer Maria Rilke 


Erinnerung 

Und du wartest, erwartest das Eine,
das dein Leben unendlich vermehrt;
das Mächtige, Ungemeine,
das Erwachen der Steine,
Tiefen, dir zugekehrt.

Es dämmern im Bücherständer
die Bände in Gold und Braun;
und du denkst an durchfahrene Länder,
an Bilder, an die Gewänder
wiederverlorener Fraun.

Und da weißt du auf einmal: das war es.
Du erhebst dich, und vor dir steht
eines vergangenen Jahres
Angst und Gestalt und Gebet.  

Rainer Maria Rilke 


Herbsttag 

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gieb ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleeen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.


Menschen bei Nacht

Die Nächte sind nicht für die Menge gemacht.
Von deinem Nachbar trennt dich die Nacht,
und du sollst ihn nicht suchen trotzdem.
Und machst du nachts deine Stube licht,
um Menschen zu schauen ins Angesicht,
so mußt du bedenken: wem.
Die Menschen sind furchtbar vom Licht entstellt,
das von ihren Gesichtern träuft,
und haben sie nachts sich zusammengesellt,
so schaust du eine wankende Welt
durcheinandergehäuft.
Auf ihren Stirnen hat gelber Schein
alle Gedanken verdrängt,
in ihren Blicken flackert der Wein,
an ihren Händen hängt
die schwere Gebärde, mit der sie sich
bei ihren Gesprächen verstehn;
und dabei sagen sie: Ich und Ich
und meinen: Irgendwen.  

Rainer Maria Rilke 


Nachthimmel und Sternenfall 

Der Himmel, groß, voll herrlicher Verhaltung,
in Vorrat Raum, ein Übermaß von Welt.
Und wir, zu ferne für die Ausgestaltung,
zu nahe für die Abkehr hingestellt.
Da fällt ein Stern! Und unser Wunsch an ihn,
bestürzten Aufblicks, dringend angeschlossen:
Was ist begonnen, und was ist verflossen?
Was ist verschuldet? Und was ist verziehn?

Rainer Maria Rilke


Zum Einschlafen zu sagen

Ich möchte jemanden einsingen,
bei jemandem sitzen und sein.
Ich möchte dich wiegen und kleinsingen
und begleiten schlafaus und schlafein.
Ich möchte der Einzige sein im Haus,
der wüßte: die Nacht war kalt.
Und möchte horchen herein und hinaus
in dich, in die Welt, in den Wald.
Die Uhren rufen sich schlagend an,
und man sieht der Zeit auf den Grund.
Und unten geht noch ein fremder Mann
und stört einen fremden Hund.
Dahinter wird Stille. Ich habe groß
die Augen auf dich gelegt;
und sie halten dich sanft und lassen dich los,
wenn ein Ding sich im Dunkel bewegt.  

Rainer Maria Rilke 


Abschied 

Wie hab ich das gefühlt was Abschied heißt.

Wie weiß ichs noch: ein dunkles unverwundnes

grausames Etwas, das ein Schönverbundnes

noch einmal zeigt und hinhält und zerreißt.

Wie war ich ohne Wehr, dem zuzuschauen,

das, da es mich, mich rufend, gehen ließ.

Zurückblieb, so als wärens alle Frauen

und dennoch klein und weiß und nichts als dies:

Ein Winken, schon nicht mehr auf mich bezogen,

ein leise Weiterwinkendes -, schon kaum

erklärbar mehr: vielleicht ein Pflaumenbaum,

von dem ein Kuckuck hastig abgeflogen.

 

Rainer Maria Rilke

 


Buddha 

Als ob er horchte. Stille: eine Ferne...
Wir halten ein und hören sie nicht mehr.
Und er ist Stern. Und andre große Sterne,
die wir nicht sehen, stehen um ihn her.

O er ist alles. Wirklich, warten wir,
daß er uns sähe? Sollte er bedürfen?
Und wenn wir hier uns vor ihm niederwürfen,
er bliebe tief und träge wie ein Tier.

Dann das, was uns zu seinen Füßen reißt,
das kreist in ihm seit Millionen Jahren.
Er, der vergißt, was wir erfahren,
und der erfährt, was uns verweist. 

Rainer Maria Rilke


 

Hoe met zoveel vergetelheid een roos te maken

 

En hoe wordt zoveel afscheid ooit een wederkeer?

Uit vlucht van duizend vogels zet niet een zich neer

En zo diep duister doet geen schijn van dag ontwaken.

 

Toch luister, breng mij nader deze matte wangen

En laat uw hart vreesloos en vrij zijn vleugel slaan,

Dan zal herinn'ring in de schaduw spelen gaan

En krijgt de wereld weer de kleur van ons verlangen.

 

De eik wordt weder boom en nevels worden vlakte,

En zien uw groot geworden ogen niet dat meer?

Tot aan den horizon hervindt zich de aarde weer,

Herboren voor wie zich uit haar verbannen dachten !

 

Herinn'ring, duist're zuster, 'k zie u in 't gelaat,

Zolang als een voorbijgaand beeld mij schouwen laat...

 

Jules Supervielle

 


Laudi alla Vergine Maria

 

Sua disianza vuol volar senz'ali.

La tua benignità non pur soccorre

A chi dimanda, ma molte fi ate

Liberarnente al dimandar precorre.

In te misericordia, in te pietate,

In te magnifi cenza, in te s'aduna

Quantunque in creatura è di bontate

Vergine madre, fi glia del tuo Figlio,

Umile ed alta piu che creatura,

Termine fisso d'eterno consiglio.

Tu se' colei che l'umana natura

Nobilitasti si, che 'l suo Fattore

Non disdegnò di farsi sua fattura.

Nel ventre tuo si raccese l'amore,

Per lo cui caldo nell'eterna Pace

Cosi è gerrninato questo fiore.

Qui se' a noi meridiana face

Di caritate, e giuso, in tra i mortali,

Se' di speranza fontana vivace.

Donna, se' tanto grande, e tanto vali,

Che qual vuol grazia ed a te non ricorre,

Sua disianza vuol volar senz’ali. La tua

benignità non pur soccorre

A chi dimanda, ma molte fiate

Liberamente al dimandar precorre.

In te misericordia, in te pietate,

In te magnificenza, in te s'aduna

Quantunque in creatura è di bontate,

Ave.

 

Lofzang aan de maagd Maria

 

Moedermaagd, dochter van uw Zoon,

nederigste en hoogste aller schepselen,

In het eeuwige plan voorbestemd en uitverkoren.

U bent her die de mensheid zo verheven heeft, 

dat de Schepper zich verwaardigde om zelf een mensengestalte aan te nemen. 

In uw schoot werd de liefde aangewakkerd,

die warmte gaf om deze bloem te doen ontluiken in de eeuwige vrede.
Voor ons hier straalt u als de middagzon vol naastenliefde,

en voor de stervelingen hier op aarde bent u een levende bron van hoop.

Vrouwe, U bent zo groot en waardig,

dat wie genade zoekt en niet tot u zijn toevlucht neemt,

vleugellam tevergeefs verlangt te vliegen.

Uw welwillendheid biedt niet alleen hulp aan hen die bidden,

maar meer dan eens loopt zij  gul vooruit op het gebed in u is de barmhartigheid,

het mededogen en de heerlijkheid verenigd,

de som van al het goede in de schepping aanwezig.

Wees gegroet.

 

Uit: Quattro pezzi sacri van Verdi

 


Requiem

Seele, vergiß sie nicht,

Seele, vergiß nicht die Toten!

Sieh' sie umschweben dich.

schauernd verlassen,

und in den heiligen Gluten,

die den Armen die Liebe schürt,

atmen sie auf und erwarmen

und genießen zum letzten Mal

ihr verglimmendes Leben.

Und wenn du dich ihnen verschließest,

so erstarren sie bis hinein in das Tiefste.

Dann ergreift sie der Sturm der Nacht,

dem sie zusammengekrampft

in sich trotzten im Schoß der Liebe.

Und er jagt sie mit Ungestüm

durch die endlose Wüste hin,

wo nicht Leben mehr ist,

nur Kampf losgelassener Kräfte.

Neuerneuertes Sein.

 

Ziel, vergeet ze niet,

ziel, vergeet niet de gestorvenen!

Kijk, ze zweven om je heen,

huiverend verlaten,

en in de heilige gloed.

die bij de armen de liefde aanwakkert,

ademen ze op en worden ze warm

en genieten voor de laatste keer

van hun langzaam uitdovend leven

En als je je voor hen afsluit,

dan verstijven ze

tot in hun binnenste.

Dan grijpt hen de storm van de nacht,

die ze ineengekrompen

in zich trotseerden

in de schoot van de liefde.

En hij jaagt hen op met onstuimigheid

dwars door de eindeloze woestijn,

waar geen leven meer is,

slechts de strijd van vrijgelaten krachten,

een opnieuw vernieuwd bestaan.

 

Friedrich Hebbel

 


Mählich schon die Schatten längen,

Licht und Waldesschatten mengen

sich zu Märchendämmerduft,

undes heben

sich und schweben

leichte Nebel durch die Luft,

die sich fliehen, die sich finden,

um die düstern Stämme winden.

 

Glanz und Traum und Flimmerschein,

und es blinken

und sinken

weiße Schleier tief herein,

bis der junge Wind die Tannen

spielend streift, und husch! von dannen

Märchen flieht und Silberhauch.

So zergehen,

so verwehen

deines Lebens Träume auch.

 

Langzaam al worden de schaduwen langer,

licht en schaduwen in her bos vermengen

zich tot een sprookjesachtige schemerige nevel,

en lichte mist stijgt op

en zweeft door de lucht

en vervliegt en slingert zich

om de duistere boomstammen.

 

Glans en droom en schittering

en witte sluiers blinken

en zinken diep

tot de jonge wind

de dennen speels aanroert

en vlug! vandaar een sprookje vlucht

en een zilveren zweem.

Zo ook vergaan,

zo verwaaien

de dromen van je leven.

 

Heinz Dupré (1881-1903)

Vertaling: Ivo Peeters

 


Nacht ist wie ein stilles Meer,

Lust und Leid und Liebesklagen

kommen so verworren her

in dem linden Wellenschlagen.

 

Wünsche wie die Wolken sind,

schiffen durch die stillen Räume.

Wer erkennt im lauen Wind,

ob es Gedanken oder Träume?

 

Schließ ich nun auch Herz und Mund,

die so gern den Sternen klagen: .

leise doch im Herzensgrund

bleibt das linde Wellenschlagen.

 

Nacht is als een stille zee,

lust en leed en liefdesklacht

lijken zo verward

in de lichte golfslag.

 

Wensen zoals de wolken zon

drijven door de stille ruimten.

Wie beseft in de lauwe wind

of het gedachten zijn of dromen?

 

Laat ik harten mond nu sluiten,

die zo graag tegen de sterren klagen:

zachtjes blijven uit de grond van mijn

hart de golven slaan.

 

Joseph von Eichendorff

Vertaling: Ivo Peeters

 


Wie tief im Glanz die alten Berge stehn;

von weichem Licht ist jeder Stein umflossen.

Der Erde Blüte hat sich ganz erschlossen:

Ich habe nie solch helle Nacht gesehn.

 

Ich glaub, es ziehn mit leisem Flügelstreichen

viel silberweiße Vögel durch die Räume

und kreisen schimmernd um verschlafne Bäume

und schweben spiegelnd über dunkeln Teichen.

 

Hoe diep glanzend rijzen de bergen op;

iedere steen is door zacht licht omgeven.

De bloesem van de aarde is helemaal open:

Ik heb nooit zo'n heldere nacht gezien.

 

ik geloof dat veel zilverwitte vogels

zacht klapwiekend door de ruimten trekken

en glinsterend om verstilde bomen cirkelen

en spiegelend boven donkere vijvers zweven.

 

Heinz Dupré (1881-1903)

Vertaling: Ivo Peeters

 


Quatre petites prières de St. François d’Assise

 

1.. Salut, Dame sainte, Reine très sainte,

Mère de Dieu, ô Marie qui êtes vierge perpétuellement,

élue par le très saint Père du Ciel,

consacrée par Lui avec son très saint Fils

bien aimé et l'Esprit Paraclet,

vous qui fut et demeure toute plénitude de grâce et tout bien!

Salut, palais; salut, tabernacle; salut, maison; salut, vêtement;

salut, Servante; salut, Mère de Dieu!

Et salut à vous toutes, saintes vertus

qui par la grâce et l'illumination du Saint Esprit,

êtes versées dans les Cœurs des fidèles,

et d'infidèles que nous sommes,

nous rendez fidèles a Dieu.

 

Wees gegroet, heilige Vrouwe, zeer heilige Koningin

Moeder Gods,  Maria, altijd maagd,

uitverkoren door de allerheiligste Hemelvader,

gewijd door Hem en Zijn zeer heilige welgeliefde Zoon en de Troostrijke Geest,

in U was en is de volheid van de genade en alle goedheid!

Wees gegroet, paleis; wees gegroet, tabernakel; wees gegroet, woning; wees gegroet, gewaad;

wees gegroet, dienares; wees gegroet, Moeder van God!

En wees gegroet, jullie, heilige deugden,

die door de genade en het licht van de Heilige Geest

zijn uitgestort in de harten van de gelovigen

en van de ongelovigen die wij zijn, ons trouw maakt aan Cod.

 

2. Tout puissant, très saint,

très haut et souverain Dieu;

souverain bien, bien universel, bien total;

toi qui seul es bon;

puissions-nous te rendre toute louange,

toute gloire, toute reconnaissance,

tout honneur, toute bénédiction;

puissions-nous rapporter toujours

à toi tous les biens. Amen.

 

Zeer almachtige, zeer heilige,

zeer verheven en opperste God;

opperste goedheid, volmaakte goedheid;  U de enige goede;

U laat ons U alle lof brengen,

alle glorie, alle dank,

alle eer, alle zegen;

laat ons altijd

alle goeds aan U opdragen. Amen.

 

3. Seigneur, je vous en prie,

que la force brûlante et douce de votre amour

absorbe mon âme et la retire

de tout ce qui est sous le ciel.

A fin que je meure

par amour de votre amour,

puisque vous avez daigné mourir

par amour de mon amour

.

Heer, ik bid U

dat de brandende en zoete kracht van Uw liefde

mijn ziel vervulle en haar verre houdt

van alles wat onder de hemel is.

Opdat ik sterf

uit liefde voor Uw liefde,

daar U zich verwaardigde te sterven

uit liefde voor mijn liefde.

 

4. O mes très chers frères

et mes enfants bénis

pour toute l'éternité,

écoutez-moi, écoutez la voix de votre Père:

Nous avons promis de grandes choses,

on nous en a promis de plus grandes;

gardons les unes et soupirons après es autres.

Le plaisir est Court, la peine éternelle.

La souffrance est légère, la gloire infinie.

Beaucoup sont appelés, peu sont élu

tous recevront ce qu'ils auront mérité.

Ainsi soit-il. Ainsi soit-il.

 

O rnijn dierbare broeders

en mijn tot in alle eeuwigheid gezegende kinderen,

luister naar mij, luister naar de stem van uw Vader,

wij hebben grote beloften gedaan,

men deed ons nog grotere beloften;

laat ons het eerste nakomen en het andere blijven nastreven.

Het genot is kort en de pijn is eeuwigdurend.

Het lijden is licht, de glorie oneindig.

Velen zijn geroepen, weinigen zijn uitverkoren.

een ieder ontvangt wat hij verdient.

Zo zij het. Zo zij het.

 

Franciscus van Assisië

 


Soupir

 

Mon âme Vers ton front où rêve, ô calme sœur,

Un automne jonché de taches de rousseur,

Et vers le ciel errant de ton œil angélique,

Monte, comme dans un jardin mélancolique,

Fidèle, un blanc jet d'eau soupire vers l'azur!

 

Vers l'azur attendri d'octobre pâle et pur

Qui mire aux grands bassins sa langueur infinie

Et laisse, sur l'eau morte où la fauve agonie

Des feuilles erre au vent et creuse un froid sillon,

Se trainer le soleil jaune d'un long rayon.

 

Mijn ziel gaat op naar jouw boorde. waar, o kalme zuster,

te dromen ligt een herfst, met sproeten dicht beroest.

En naar het roerig zwerk van jouw engelenoog

rust trouw, als in een droefgeest'ge tuin,

een witte waterstraal, zucht op naar het azuur.

 

Naar het genadige azuur van bleek en puur oktober,

in grote vijvers weerspiegelend totale krachteloosheid.

En, op het verstilde water waar de bronzen doodsstrijd

van de bladeren wervelt in de wind en een kille rimpeling trekt,

wordt aan de gele zon een lange straal onttrokken.

 

Stéphane Mallarmé (1 842-1 898)

Vertaling: Rob de Waal

 


Figure humaine

 

1. BIENTÔT

 

De tous les printemps du monde

Celui-ci est le plus laid

Entre toutes mes façons d'être

La confiante est la meilleure

 

L'herbe soulève la neige

Comme la pierre d'un tombeau

Moi je dors dans la tempête

Et je m'éveille les yeux clairs

 

Le lent le petit temps s'achève

où toute rue devait passer

Par mes plus intimes retraites

Pour que je rencontre quelqu'un

 

Je n'entends pas parler les Monstres

Je les connais ils ont tout dit

Je ne vois que les beaux visages

Les bons visages surs d'eux-mêmes

 

Sûrs de ruiner bientôt leurs maîtres.

 

Van alle lentes van de wereld

Is deze de lelijkste

Van al mijn levenswijzen

is vertrouwen de beste

 

Het gras duwt de sneeuw omhoog

Als was het de steen van een graf

ikzelf slaap in de storm

En ontwaak met klare ogen

 

De trage de kleine tijd loopt ten einde

Dat elke straat moest leiden

Langs mijn meest verborgen schuilplaatsen

Opdat ik iemand tegenkom

 

Ik hoor de gedrochten niet praten

ik ken ze zij hebben alles gezegd

ik zie slechts de mooie gezichten

De goede gezichten zeker van zichzelf

 

Zeker van spoedig hun meesters te

vernietigen,

 

2. LE RÔLE DES FEMMES

 

En chantant les servantes s'élancent

Pour rafraîchir la place où l'on tuait

Petites filles en poudre vite

agenouillées

Leurs mains aux soupiraux de la fraîcheur

Sont bleues comme une expérience

Un grand matin joyeux

 

Faites face à leurs mains les morts

Faites face à leurs yeux liquides

C'est la toilette des éphémères .

La dernière toilette de la vie

Les pierres descendent disparaissent

Dans l'eau vaste essentielle

 

La dernière toilette des heures

A peine un souvenir ému

Aux puits taris de la vertu

Aux longues absences encombrantes

Et l'on s'abandonne à la chair très tendre

Aux prestiges de la faiblesse.

 

Zingend snellen de dienstmeisjes toe

Om de plaats te boenen waar gedood is

Kleine vluchtige meisjes snel geknield

Hun handen aan de luchtroosters

Zijn blauw als een ervaring

Een heerlijke vrolijke ochtend

 

Kijk, aan hun handen de doden

Kijk naar hun vochtige ogen

Het is de tooi van eendagsvliegen

De laatste tooi van het leven

De stenen verzinken verdwijnen

In het wijde levenswater

 

De laatste tooi der uren

Een net voelbare herinnering

Aan de opgedroogde bronnen der kuisheid

Aan lange tijden van pijnlijk gemis

En men verliest zich in het zo zachte vlees

In de bekoringen van de zwakheid.

 

3. AUSSI BAS QUE LE SILENCE

 

Aussi bas que le silence

D'un mort planté dans la terre

Rien que ténèbres en tête

 

Aussi monotone et sourd

Que l'automne dans la mare

Couverte de honte mate

 

Le poison veuf de sa fleur

Et de ses bêtes dorées

Crache sa nuit sur les hommes.

 

Zo steels als de stilte

Van een dode, geplant in de aarde,

Niets dan duisternis in her hoofd,

 

Zo mat en eentonig

Als de herfst in de poel

Bedekt met doffe schande,

 

Zó braakt het vergif onverbloemd

en niet verhuld door dierenpracht

Haar nacht over de mensen.

 

4. PATIENCE

 

Toi ma patiente ma patience ma parente

Gorge haut suspendue orgue de la nuit lente

Révérence cachant tous les ciels dans sa grâce

Prépare à la vengeance un lit d'où je naîtrai.

 

Jij mijn gedoodvonniste, mijn volharding, mijn verwante

Hoog opgehangen keel, orgel van de trage nacht

Buiging die in bevalligheid alle hemelen verbergt

Bereid de wraak een bed waar ik geboren zal worden.

 

5. PREMIÈRE MARCHE LA VOIX D'UN AUTRE

 

Riant du ciel et des planètes

La bouche imbibée de confiance

Les sages veulent des fils 

Et des fils de leurs fils

Jusqu'à périr d'usure

 

Le temps ne pèse que les fous

L'abîme est seul à verdoyer

Et les sages sont ridicules.

 

Schimpend op de hemel en de planeten,

Overlopend van vertrouwen, eisen de wijzen zonen

En zonen van hun zonen

Tot zij uitgeput bezwijken

 

De tijd weegt slechts de dwazen

Alleen de afgrond staat op bloeien

En de wijzen zijn bespottelijk.

 

6. UN LOUP

 

Le jour m'étonne et la nuit me fait peur

L'été me hante et l'hiver me poursuit

 

Un animal sur la neige a posé

Ses pattes sur le sable ou dans la boue

Ses pattes venues de plus loin que mes pas

Sur une piste où la mort

A les empreintes de la vie.

 

De dag verbaast me en de nacht maakt me bang;

De zomer beklemt me en de winter vervolgt me

 

Een dier heeft op de sneeuw zijn poten

gezet op het zand of in her slijk

Zijn poten komen van verder dan mijn schreden

In een voetspoor waar de dood

De afdruk van het leven heeft.

 

7. UN FEU SANS TACHE

 

La menace sous le ciel rouge

Venait d'en bas des mâchoires

Des écailles des anneaux

D'une chaîne glissante et lourde

 

La vie était distribuée

Largement pour que la mort

Prît au sérieux le tribut

Qu'on lui payait sans compter

 

La mort était le dieu d'amour

Et les vainqueurs dans un baiser

S'évanouissaient sur leurs victimes

La pourriture avait du coeur

 

Et pourtant sous le ciel rouge

Sous les appétits de sang

Sous la famine lugubre

La caverne se ferma

 

La terre utile effaça

Les tombes creusées d'avance

Les enfants n'eurent plus peur

Des profondeurs maternelles

 

Et la bêtise et la démence

Et la bassesse firent place

A des hommes frères des hommes

Ne luttant plus contre la vie

 

A des hommes indestructibles.

 

De dreiging onder de rode hemel

Kwam onderuit de muil

Van onder de schubben de ringen

Van een glibberige en zware slang

 

Er werd rijkelijk leven rondgedeeld

Opdat de dood de tol

Die men hem klakkeloos betaalde

Naar waarde zou schatten

 

De dood was de God van de Liefde

En in een omhelzing verloren de

overwinnaars zich in hun slachtoffers

De verrotting lustte ze rauw

 

En toch, onder de rode hemel,

Bij de dorst naar bloed

Bij de huiveringwekkende honger

Heeft de spelonk zich gesloten

 

En de vruchtbare aarde heeft

De reeds gedolven graven bedekt

De kinderen zijn niet meer bang geweest

Voor de moederlijke diepten

 

En de dwaasheid en de waanzin

En de laagheid hebben plaats gemaakt

Voor mensen die voor mensen broeders

zijn –  Die niet meer vechten tegen her leven

Onverwoestbare mensen.

 

8. LIBERTÉ

 

Sur mes cahiers d'écolier

Sur mon pupitre et les arbres

Sur le sable sur la neige

J'écris ton nom

 

Sur toutes les pages lues

Sur toutes les pages blanches

Pierre sang papier ou cendre

J'écris ton nom

 

Sur les images dorées

Sur les armes des guerriers

Sur la couronne des rois

J'écris ton nom

 

Sur la jungle et le désert

Sur les nids sur les genêts

Sur l'écho de mon enfance

J'écris ton nom

 

Sur les merveilles des nuits

Sur le pain blanc des journées

Sur les Saisons fiancées

J'écris ton nom

 

Sur tous mes chiffons d'azur

Sur l'étang soleil moisi

Sur le lac lune vivante

J'écris ton nom

 

Sur les champs sur l'horizon

Sur les ailes des oiseaux

Et sur le moulin des ombres

J’écris ton nom

 

Sur chaque bouffée d'aurore

Sur la mer sur les bateaux

Sur la montagne démente

J'écris ton nom

 

Sur la mousse des nuages

Sur les sueurs de l'orage

Sur la pluie épaisse et fade

J'écris ton nom

 

Sur les formes scintillantes

Sur les cloches des couleurs

Sur la vérité physique

J’écris ton nom

 

Sur les sentiers éveillés

Sur les routes déployées

Sur les places qui débordent

J’écris ton nom

 

Sur la lampe qui s'allume

Sur la lampe qui s'éteint

Sur mes maisons réunies

J’écris ton nom

 

Sur le fruit coupé en deux

Du miroir et de ma chambre

Sur mon lit coquille vide

J’écris ton nom

 

Sur mon chien gourmand et tendre

Sur ses oreilles dressées

Sur sa patte maladroite

J'écris ton nom

 

Sur le tremplin de ma porte

Sur les objets familiers

Sur le flot du feu béni

J'écris ton nom

 

Sur toute chair accordée

Sur le front de mes amis

Sur chaque main qui se tend

J'écris ton nom

 

Sur la vitre des surprises

Sur les lèvres attentives

Bien au-dessus du silence

J'écris ton nom

 

Sur mes refuges détruits

Sur mes phares écroulés

Sur les murs de mon ennui

J'écris ton nom

 

Sur l'absence sans désir

Sur la solitude nue

Sur les marches de la mort

J'écris ton nom

 

Sur la Santé revenue

Sur le risque disparu

Sur l'espoir sans souvenirs

J'écris ton nom

 

Et par le pouvoir d'un mot

Je recommence ma vie

Je suis né pour te connaitre

Pour te nommer

 

Liberté

 

Op mijn schoolschriften

Op mijn lessenaar en op de bomen

Op het zand op de sneeuw

Schrijf ik je naam

 

Op alle gelezen bladzijden

Op alle onbeschreven bladen

Steen bloed papier of as

Schrijf ik je naam

 

Op de vergulde prenten

Op de wapens van de krijgers

Op de kroon van de koningen

Schrijf ik je naam

 

Op het oerwoud en de woestijn

Op de nesten op de bremstruiken

Op de weerklank van mijn jeugd

Schrijf ik je naam

 

Op de wonderen der nachten

Op het wittebrood der dagen

Op de verloofde seizoenen

Schrijf ik je naam

 

Op mijn hemelsblauwe lompen

Op het zonomfloerst moeras

Op het maanbespikkelde meer

Schrijf ik je naam

 

Op de velden op de einder

Op de vleugels van de vogels

En op de molen der schaduwen

Schrijf ik je naam

 

Op elke vlaag van de dageraad

Op de zee en op de schepen

Op de verbazende heuvel

Schrijf ik je naam

 

Op het schuim van de wolken

Op het zweet van her onweer

Op de lauwe en dichte regen

Schrijf ik je naam

 

Op de glinsterende vormen

Op de klokken van de kleuren

Op de tastbare werkelijkheid

Schrijf ik je naam

 

Op de levendige paden

Op de uitgestrekte wegen

Op de overvolle pleinen

Schrijf ik je naam

 

Op de lamp die gaat schonen

Op de lamp die weer dooft

Op de samengekomen huizen

Schrijf ik je naam

 

Op de in tweeën gesneden vrucht

Van mijn kamer en zijn spiegelbeeld

Op de lege schelp, mijn bed,

Schrijf ik je naam

 

Op mijn gulzige lieve hond

Op zijn gespitste oren

Op zijn onbeholpen poot

Schrijf ik je naam

 

Op de drempel van mijn deur

Op de vertrouwde dingen

Op de stroom van het gezegend vuur

Schrijf ik je naam

 

Op alle harmonieuze lichamen

Op her voorhoofd van mijn vrienden

Op elke hand die gereikt wordt

Schrijf ik je naam

 

Op het raam van de verrassingen

Op de aandachtige lippen

Hoog boven de stilte

Schrijf ik je naam

 

Op mijn vernielde schuilplaatsen

Op mijn ingestorte vuurtorens

Op de muren van mijn verdriet

Schrijf ik je naam

 

Op het gemis zonder verlangen

Op de naakte eenzaamheid

Op de schreden van de dood

Schrijf ik je naam

 

Op de weergekeerde gezondheid

Op het verdwenen gevaar

Op de hoop zonder vergeten

Schrijf ik je naam

 

En door de macht van één woord

Begin ik mijn leven opnieuw

ik ben geboren om jou te kennen

Om jou te noemen

 

Vrijheid.

 

Paul Eluard 1895-1952

Vertaling: Dick Bruinsma


Ô Lacrimosa

(Trilogie, zu einer zukünftigen Musik von Ernst Krenek)

 

I.

Oh Tränenvolle, die, verhaltner Himmel, 
über der Landschaft ihres Schmerzes schwer wird.
Und wenn sie weint, so weht ein weicher Schauer 
schräglichen Regens an des Herzens Sandschicht.

 

Oh Tränenschwere. Waage aller Tränen! 
Die sich nicht Himmel fühlte, da sie klar war, 
und Himmel sein muß um der Wolken willen.

 

Wie wird es deutlich und wie nah, dein Schmerzland, 
unter des strengen Himmels Einheiz. Wie ein 
in seinem Liegen langsam waches Antlitz, 
das waagrecht denkt, Welttiefe gegenüber.

 

II.

Nichts als ein Atemzug ist das Leere, und jenes 
grüne Gefülltsein der schönen 
Bäume: ein Atemzug! 
Wir, die Angeatmeten noch, 
heute noch Angeatmeten, zählen 
diese, der Erde, langsame Atmung, 
deren Eile wir sind.

 

III.

Aber die Winter! Oh diese heimliche
Einkehr der Erde. Da um die Toten
in dem reinen Rückfall der Säfte
Kühnheit sich sammelt,
künftiger Frühlinge Kühnheit.
Wo das Erdenken geschieht
unter der Starre; wo das von den großen
Sommern abgetragene Grün
wieder zum neuen
Einfall wird und zum Spiegel des Vorgefühls;
wo die Farbe der Blumen
jenes Verweilen unserer Augen vergißt.

 

Ach nicht getrennt sein,
nicht durch so wenig Wandung
ausgeschlossen vom Sterne Maß.
Innres, was ists?
Wenn nicht gesteigerter Himmel,
durchworfen mit Vögeln und tief
von Winden der Heimkehr.

 

Unaufhaltsam will ich die Bahn vollenden,
mich erschreckt es, wenn mich ein Sterbliches hält.
Einmal hielt mich ein Schooß.
Ihm sich entringen, war tödlich:
ich rang mich ins Leben.
Aber sind die Arme so tief,
sind sie so fruchtbar, im ihnen
durch die beginnliche Not
neuer Geburt zu entgehen?

 

Jetzt wäre es Zeit, daß die Götter träten aus
bewohnten Dingen . . .
Und daß sie jede Wand in meinem Haus
umschlügen. Neue Seite. Nur der Wind,
den solches Blatt im Wenden würfe, reichte hin,
die Luft, wie eine scholle, umzuschaufeln:
ein neues Atemfeld. Oh Götter, Götter!
Ihr Oftgekommenen, Schläfer in den Dingen,
die heiter aufstehen, die sich an den Brunnen,
die wir vermuten, Hals und Antlitz waschen
und die ihr Ausgeruhtsein leicht hinzutun
zu dem, was voll scheint, unserm vollen Leben.
Noch einmal sei es euer Morgen, Götter.
Wir wiederholen. Ihr allein seid Ursprung.
Die Welt steht auf mit euch, und Anfang glänzt
an allen Bruchstelln unseres Mißlingens . .

 

Rose, oh reiner Wiederspruch, Lust,
Niemandes Schlaf zu sein unter soviel
Lidern.

 

Rainer Maria Rilke

 


Ik lees het

 

Ik lees het in jouw uitgelezen woord

in de verhalen der gebaren

waarmee jouw handen vormend bezig waren

rondom het wordende, begrenzend en beschermend.

Luid sprak jij leven uit en zachtjes sterven

en steeds opnieuw herhaalde je: er zij.

Maar voor de eerste dode kwam de moord.

Daar viel jouw afgeronde werk aan scherven,

een groot geschrei .

joeg alle stemmen voort

die zich pas weer verzamelden

om jou te wagen

om jou te dragen

afgronds overbrugging.

 

 

En wat zij sindsdien stamelden

zijn stukken

van jouw oude Naam.

 

Reiner Maria Rilke (Vertaling:Kees Kok)


Tage in weiss

 

In diesen Tagen steh ich auf mit den Birken

und kämm mir das Weizenhaar aus der Stirn

vor einem Spiegel aus Eis.

Mit meinem Atem vermengt,

flockt die Milch.

So früh schäumt sie leicht.

Und wo ich die Scheibe behauch, erscheint,

von einem kindlichen Finger gemalt,

wieder dein Name: Unschuld!

Nach so langer Zeit.

In diesen Tagen schmerzt mich nicht,

daß ich vergessen kann

und mich erinnern muß.

Ich liebe. Bis zur Weißglut

lieb ich und danke mit englischen Grüßen.

Ich hab sie im Fluge erlernt.

In diesen Tagen denk ich des Albatros',

mit dem ich mich auf-

und herüberschwang

in ein unbeschriebenes Land.

Am Horizont ahne ich,

glanzvoll im Untergang,

meinen fabelhaften Kontinent

dort drüben, der mich entließ

im Totenhemd.

Ich lebe und höre von fern seinen Schwanengesang!

 

Ingeborg Bachmann


Reklame

 

Wohin aber gehen wir

ohne sorge sei ohne sorge

wenn es dunkel und wenn es kalt wird

sei ohne sorge

aber

mit musik

was sollen wir tun

heiter und mit musik

und denken

heiter

angesichts eines Endes

mit musik

und wohin tragen wir

am besten

unsere fragen und den Schauer aller Jahre

in die Traumwäscherei ohne sorge sei ohne sorge

was aber geschieht

am besten

wenn Totenstille

eintritt  

 

Ingeborg Bachmann

 


eia wasser regnet schlaf

I

eia wasser regent schlaf

eia abend schwimmt ins gras

wer zum wasser geht wird schlaf

wer zum abend kommt wird gras

weißes wasser grüner schlaf

großer abend kleines gras

es kommt es kommt

ein fremder

II

was sollen wir mit dem ertrunkenen matrosen tun?

wir ziehen ihm die stiefel aus

wir ziehen ihm die weste aus

und legen ihn ins gras

mein kind im fluß ist's dunkel

mein kind im fluß ist's naß

was sollen wir mit dem ertrunkenen matrosen tun?

wir ziehen ihm das wasser an

wir ziehen ihm den abend an

und tragen ihn zurück

mein kind du mußt nicht weinen

mein kind das ist nur schlaf

was sollen wir mit dem ertrunkenen matrosen tun?

wir singen ihm das wasserlied

wir sprechen ihm das grasgebet

dann will er gern zurück

III

es geht es geht

ein fremder

ins große gras den kleinen abend

im weißen schlaf das grüne naß

und geht zum gras und wird ein abend

und kommt zum schlaf und wird ein naß

eia schwimmt ins gras der abend

eia regnets wasserschlaf  

Elisabeth Borchers


Bericht aus dem Paradies

Im paradies dauert die arbeitswoche dreißig stunden
die löhne sind höher die preise fallen ständig
die physische arbeit quält nicht (infolge kleinerer zugkraft)
das holzhacken macht so viel aus wie das maschinenschreiben
die staatsform ist haltbar und die regierung vernünftig
wahrhaftig im paradies ist es besser als irgendwo sonst

am anfang sollte es anders sein –
strahlende kreise chöre und stufen der abstraktion
aber den körper genau von der seele zu trennen
mißlang und sie kam hier an
mit einem tropfen fett mit einem faden muskel
man mußte beschlüsse fassen
das körnchen des absoluten mit dem körnchen lehm vermischen
noch eine abweichung mehr vom dogma die letzte
Johannes nur hat es vorausgesagt: ihr werdet wiederauferstehen im fleisch

Gott bekommen nur wenige zu gesicht
er existiert nur für die aus reinem pneuma
der rest hört nachrichten von den wundern und sintfluten
mit der zeit werden alle den Gott zu sehen bekommen
wann dieses wahr wird weiß niemand

vorerst am samstag zwölf uhr mittag
heult die sirene süß
und blaue proletarier kommen aus den fabriken
sie tragen unter dem arm ihre flügel linkisch wie geigen

Zbigniew Herbert


Wintergarten

Die klaue des frosts hat ans fenster geklopft
das auge öffnet sich zum garten
die bäume für die sinne unbeweglich
kreisen schnell im leichten glas
und nur die unvorsichtige klaue
erklärt mit entladenem rauhreif den flug

es gibt keine erde mehr keine klebrigen tatzen
die in den leichen den blumen scharren
hinter die wolke des schnees getragen
auf linien leichter gravitationen
und nur eine weile schwarze stämme
und nur ein ast so dumpf wie ein bass
erinnerten an die stimme der erde
bevor sie das feuer des frosts betäubte

aus rhomben dreiecken pyramiden
zum trotz – der ruhelosen linie
der haare durch die blut fließt
den seiden in unvernünftigen falten
dem grünen sarg für den falter –

aus rhomben dreiecken pyramiden
baute man wieder den klugen garten
mit einem diamanten knüpft die fläche das netz
er wird nicht mehr insekten rufen
zum festmahl des honigs und des gifts

den frost willkommen heißen wenn er dir den vögeln
mit geübten schnabel das herz herausnimmt
die spur wie nester zerbricht unterwegs
und über den fluß zu gehen befiehlt

dem schwarzen stamm dem schweren leib
entwächst ein zweig der weiße atem
damit das atom aller unserer träume
sich abermals mit der luft verbindet

Zbigniew Herbert


Kiesel

Der kiesel ist als geschöpf
vollkommen

sich selber gleich
auf seine grenzen bedacht

genau erfüllt
vom steinernen sinn

mit einem geruch der an nichts erinnert
nichts verscheucht keinen wunsch erweckt

sein eifer und seine kühle
sind richtig und voller würde

ich spür einen schweren vorwurf
halt ich ihn in der hand
weil dann seinen edlen leib
die falsche wärme durchdringt

– kiesel lassen sich nicht zähmen
sie betrachten uns bis zum schluß
mit ruhigem sehr klarem auge

Zbigniew Herbert

 


Herr Cogito meditiert über das Leid

Alle versuche
den sogenannten kelch der bitternis abzuwenden –
durch reflexion
besessenen einsatz zu gunsten der heimlosen katzen
durch tiefes atmen
durch religion –
enttäuschten

man muß sich fügen
den kopf sanft senken
nicht die hände ringen
sich maßvoll und ungezwungen des leids bedienen
wie einer prothese
ohne falsche scham
doch ebenso ohne überflüssigen hochmut

nicht mit dem stumpf
über den köpfen der anderen fuchteln
nicht mit dem weißen stock
an die fenster der satten klopfen

den sud dieser bitteren kräuter trinken
doch nicht zur neige
vorsorglich ein paar schluck
für die zukunft lassen

annehmen
aber zugleich
innerlich absorbieren
wenn möglich
aus der materie des leids
ein ding oder eine person erschaffen

spielen
mit ihm
natürlich
spielen

spielen mit ihm
sehr behutsam
wie mit einem kinde
das krank ist
und das man am ende
mit albernen kunststücken
doch zu einem schwachen lächeln
zwingt

Zbigniew Herbert


Meneer Cogito en de loop van de gedachten

 

De gedachten de vrije loop laten -

Is een gewone manier van zeggen

 

Deze manier

Overschat de beweeglijkheid van de gedachten

 

Het merendeel

Staat roerloos

In het saaie landschap

Van grijze heuveltjes

En verdorde bomen

 

Af en toe komen ze

Bij een woeste rivier van vreemde gedachten

Blijven op één been

Aan de kant staan

Als hongerige reizigers

 

Met verdriet

Denken ze aan hun opgedroogde bronnen

 

Ze lopen er wat rond

Op zoek naar zaadjes

 

Ze gaan niet

Want komen nergens

Ze gaan niet

Want kunnen nergens heen

 

Ze zitten handenwringend

Op een steen

Onder de donkere

Lage

Hemel van de schedel

Zbigniew Herbert


An Anna Blume

 

Oh Du, Geliebte meiner 27 Sinne, ich liebe Dir!

DU, Deiner, Dich Dir, ich Dir, Du mir, ---- wir?

Das gehört beiläufig nicht hierher!

 

Wer bist Du, ungezähltes Frauenzimmer, Du bist, bist Du?

Die Leute sagen, Du wärest.

Lass sie sagen, sie wissen nicht, wie der Kirchturm steht.

 

Du trägst den Hut auf Deinen Füßen und wanderst auf die Hände

Auf den Händen wanderst Du.

 

Halloh, Deine roten Kleider, in weiße Falten zersägt,

Rot liebe ich Anna Blume, rot liebe ich Dir.

Du, Deiner, Dich Dir, ich Dir, Du mir, ----- wir?

Das gehört beiläufig in die kalte Glut!

Anna Blume, rote Anna Blume, wie sagen die Leute?

 

Preisfrage:

1.) Anna Blume hat ein Vogel,

2.) Anna Blume ist rot.

3.) Welche Farbe hat der Vogel.

 

Blau ist die Farbe Deines gelben Haares,

Rot ist die Farbe Deines grünen Vogels,

Du schlichtes Mädchen im Alltagskleid,

Du liebes grünes Tier, ich liebe Dir!

Du Deiner Dich Dir, ich Dir, Du mir,----wir!

Das gehört beiläufig in die --- Glutenkiste.

 

Anna Blume, Anna, A ---- N ---- N ---- A!

Ich träufle Deinen Namen.

Dein Name tropft wie weiches Rindertalg.

Weißt Du es Anna, weißt Du es schon,

Man kann Dich auch von hinten lesen.

Und Du, Du Herrlichste von allen,

Du bist von hinten, wie von vorne:

A ------ N ------N ------ A

Rindertalg träufelt STREICH E LN über meinen Rücken.

Anna Blume,

Du tropfes Tier,

ich - -- - - - - liebe - - - - - - - Dir!

 

Kurt Schwitters



Symbolum

Die Zukunft decket
Schmerzen und Glücke.
Schrittweise dem Blicke,
Doch ungeschrecket
Dringen wir vorwärts.

Und schwer und schwerer
Hängt eine Hülle
Mit Ehrfurcht. Stille
Ruhn oben die Sterne
Und unten die Gräber.

Betracht sie genauer
Und siehe, so melden,
Im Busen der Helden
Sich wandelnde Schauer
Und ernste Gefühle.

Dich rufen von drüben
Die Stimmen der Geister,
Die Stimmen der Meister;
Versäumt nicht, zu üben
Die Kräfte des Guten.

Hier winden sich Kronen
In ewiger Stille,
Die sollen mit Fülle
Die Tätigen lohnen!
Wir heißen euch hoffen

Goethe


Gedichte sind gemalte Fensterscheiben!

 

Gedichte sind gemalte Fensterscheiben!
Sieht man vom Markt in die Kirche hinein,
da ist alles dunkel und düster;
und so sieht's auch der Herr Philister:
Der mag denn wohl verdrießlich sein
und lebenslang verdrießlich bleiben.

Kommt aber nur einmal herein!
Begrüßt die heilige Kapelle;
da ist's auf einmal farbig helle,
Geschieht' und Zierat glänzt in Schnelle,
bedeutend wirkt ein edler Schein;
dies wird euch Kindern Gottes taugen,
erbaut euch und ergetzt die Augen!

 

Goethe


Wär nicht das Auge Sonnenhaft,

die Sonne könnt’ es nie erblicken;

Läg’ nicht in uns des Gottes eigne Kraft,

wie könnt’ uns Göttliches entzücken?

Goethe


Mignon

Heiß mich nicht reden, heiß mich schweigen,
Denn mein Geheimnis ist mir Pflicht;
Ich möchte dir mein ganzes Innre zeigen,
Allein das Schicksal will es nicht.

Zur rechten Zeit vertreibt der Sonne Lauf
Die finstre Nacht, und sie muß sich erhellen;
Der harte Fels schließt seinen Busen auf,
Mißgönnt der Erde nicht die tiefverborgnen Quellen.

Ein jeder sucht im Arm des Freundes Ruh,
Dort kann die Brust in Klagen sich ergießen;
Allein ein Schwur drückt mir die Lippen zu,
Und nur ein Gott vermag sie aufzuschließen.

 

Mignon

So laßt mich scheinen, bis ich werde;
Zieht mir das weiße Kleid nicht aus!
Ich eile von der schönen Erde
Hinab in jenes feste Haus.

Dort ruh ich eine kleine Stille,
Dann öffnet sich der frische Blick,
Ich lasse dann die reine Hülle,
Den Gürtel und den Kranz zurück.

Und jene himmlischen Gestalten,
Sie fragen nicht nach Mann und Weib,
Und keine Kleider, keine Falten
Umgeben den verklärten Leib.

Zwar lebt ich ohne Sorg und Mühe,
Doch fühlt ich tiefen Schmerz genung.
Vor Kummer altert ich zu frühe –
Macht mich auf ewig wieder jung!

 

Mignon

Nur wer die Sehnsucht kennt,
Weiß, was ich leide!
Allein und abgetrennt
Von aller Freude,
Seh ich ans Firmament
Nach jener Seite.
Ach, der mich liebt und kennt,
Ist in der Weite.
Es schwindelt mir, es brennt
Mein Eingeweide.
Nur wer die Sehnsucht kennt,
Weiß, was ich leide!

 

Mignon

Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn,
Im dunklen Laub die Goldorangen glühn,
Ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht,
Die Myrte still und hoch der Lorbeer steht?
Kennst du es wohl?
Dahin, dahin
Möcht ich mit dir, o mein Geliebter, ziehn!

Kennst du das Haus? Auf Säulen ruht sein Dach.
Es glänzt der Saal, es schimmert das Gemach,
Und Marmorbilder stehn und sehn mich an:
Was hat man dir, du armes Kind, getan?-
Kennst du es wohl?
Dahin, dahin
Möcht ich mit dir, o mein Beschützer, ziehn!

Kennst du den Berg und seinen Wolkensteg?
Das Maultier sucht im Nebel seinen Weg.
In Hoehlen wohnt der Drachen alte Brut.
Es stuerzt der Fels und über ihn die Flut.
Kennst du ihn wohl?
Dahin, dahin
Geht unser Weg.
O Vater, lass uns ziehn!

 Goethe


Kind, Kind! Nicht weiter! Wie von unsichtbaren Geistern gepeitscht, gehen die Sonnenpferde der Zeit mit unsers Schicksals leichtem Wagen durch, und uns bleibt nichts als, mutig gefasst, die Zügel festzuhalten, und bald rechts, bald links, vom Steine hier, vom Sturze da, die Räder wegzulenken. Wohin es geht, wer weiss es? Erinnert er sich doch kaum, woher er kam.”

 

 J.W. Goethe - aus Dichtung und Wahrheit

 


Zeit und Zeitung

a: Sag mir, warum dich keine Zeitung freut?

b: Ich liebe sie nicht, sie dienen der Zeit

 

Goethe 


Vier Jahreszeiten

.

Alle viere, mehr und minder,
Necken wie die hübschen Kinder.
 

Frühling

Auf, ihr Distichen, frisch. Ihr muntern lebendigen Knaben!
Reich ist Garten und Feld! Blumen zum Kranze herbei!

Reich ist an Blumen die Flur; doch einige sind nur dem Auge,
Andre dem Herzen nur schön; wähle dir, Leser, nun selbst!

Rosenknospe, du bist dem blühenden Mädchen gewidmet,
Die als die Herrlichste sich, als die Bescheidenste zeigt.

Viele der Veilchen zusammengeknüpft, das Sträußchen erscheinet
Erst als Blume; du bist, häusliches Mädchen, gemeint.

Eine kannt ich, sie war wie die Lilie schlank und ihr Stolz war
Unschuld; herrlicher hat Salomo keine gesehn.

Schön erhebt sich Aglei und senkt das Köpfchen herunter.
Ist es Gefühl? oder ist's Mutwill? Ihr ratet es nicht.

Viele duftende Glocken, o Hyazinthe, bewegst du;
Aber die Glocken ziehn, wie die Gerüche, nicht an.

Nachtviole, dich geht man am blendenden Tage vorüber;
Doch bei der Nachtigall Schlag hauchest du köstlichen Geist.

Tuberose, du ragest hervor und ergetzest im Freien;
Aber bleibe vom Haupt, bleibe vom Herzen mir fern!

Fern erblick ich den Mohn; er glüht. Doch komm ich dir näher,
Ach, so seh ich zu bald, daß du die Rose nur lügst.

Tulpen, ihr werdet gescholten von sentimentalischen Kennern;
Aber ein lustiger Sinn wünscht auch ein lustiges Blatt.

Nelken, wie find ich euch schön! Doch alle gleicht ihr einander,
Unterscheidet euch kaum, und ich entscheide mich nicht.

Prangt mit den Farben Aurorens, Ranunkeln, Tulpen und Astern!
Hier ist ein dunkles Blatt, das euch an Dufte beschämt.

Keine lockt mich, Ranunkeln, von euch, und keine begehr ich;
Aber im Beete vermischt, sieht euch das Auge mit Lust.

Sagt! was füllet das Zimmer mit Wohlgerüchen? Reseda,
Farblos, ohne Gestalt, stilles, bescheidenes Kraut.

Zierde wärst du der Gärten; doch wo du erscheinest, da sagst du:
Ceres streute mich selbst aus mit der goldenen Saat.

Deine liebliche Kleinheit, dein holdes Auge, sie sagen
Immer: vergiß mein nicht! immer: Vergiß nur nicht mein!

Schwänden dem inneren Auge die Bilder sämtlicher Blumen,
Eleonore, dein Bild brächte das Herz sich hervor.

 
Sommer

Grausam erweist sich Amor an mir! O spielet, ihr Musen,
Mit den Schmerzen, die er, spielend, im Busen erregt!

Manuskripte besitz ich, wie kein Gelehrter noch König;
Denn mein Liebchen, sie schreibt, was ich ihr dichtete, mir.

Wie im Winter die Saat nur langsam keimet, im Sommer
Lebhaft treibet und reift, so war die Neigung zu dir.

Immer war mir das Feld und der Wald, und der Fels und die Gärten
Nur ein Raum, und du machst sie, Geliebte, zum Ort.

Raum und Zeit, ich empfind es, sind bloße Formen des Anschauns,
Da das Eckchen mit dir, Liebchen, unendlich mir scheint.

Sorge! sie steiget mit dir zu Roß, sie steiget zu Schiffe;
Viel zudringlicher noch packet sie Amor uns auf.

Neigung besiegen ist schwer; gesellet sich aber Gewohnheit,
Wurzelnd, allmählich zu ihr, unüberwindlich ist sie.

Welche Schrift ich zwei-, ja dreimal hintereinander
Lese? Das herzliche Blatt, das die Geliebte mir schreibt.

Sie entzückt mich, und täuschet vielleicht. O Dichter und Sänger,
Mimen! lerntet ihr doch meiner Geliebten was ab!

Alle Freude des Dichters, ein gutes Gedicht zu erschaffen,
Fühle das liebliche Kind, das ihn begeisterte, mit.

Ein Epigramm sei zu kurz, mir etwas Herzlichs zu sagen?
Wie, mein Geliebter, ist nicht kürzer der herzliche Kuß?

Kennst du die herrliche Wirkung der endlich befriedigten Liebe?
Körper verbindet sie schön, wenn sie die Geister befreit.

Das ist die wahre Liebe, die immer und immer sich gleichbleibt,
Wenn man ihr alles gewährt, wenn man ihr alles versagt.

Alles wünscht ich zu haben, um mit ihr alles zu teilen;
Alles gäb ich dahin, wär sie, die Einzige, mein.

Kränken ein liebendes Herz und schweigen müssen: geschärfter
Können die Qualen nicht sein, die Rhadamanth sich ersinnt.

Warum bin ich vergänglich, o Zeus? so fragte die Schönheit.
Macht ich doch, sagte der Gott, nur das Vergängliche schön.

Und die Liebe, die Blumen, der Tau und die Jugend vernahmens;
Alle gingen sie weg, weinend, von Jupiters Thron.

Leben muß man und lieben; es endet Leben und Liebe.
Schn